Monatsarchiv: März 2019

Kamikatze von Kerstin Fielstedde (Rezensionsexemplar)

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Eine entführte Katzenagentin wird von ihrem anscheinend narkoleptischen Bruder gesucht. Dazu braucht er ein Team, das genauso verschiedene Fähigkeiten hat, wie es auch unterschiedlich ist. Im Buch wird das iCats- Team auch als Bremer Stadtmusikanten beschrieben, und die Beschreibung kommt absolut hin. Unteranderem begegnen wir einem modischen Hund der für den BND arbeitet, einem Spatz als Luftunterstützung und einer sprengbegeisterten Ratte.

Kamikatze ist ein sehr realistischer Tierkrimi, der sehr relevante Themen der Jetztzeit aufgreift und für den Leser in die Tierwelt geschickt verpackt (es ist doch wirklich viel realistischer, dass ein Maulwurf die Unterwelt regiert, als irgendein Mensch). Der Krimi ist dazu noch mit Spannung vollgepackt, dass man es kaum zwischen dem lesen hinlegen möchte.

Kamikatze fokussiert vor allem auf der Geschichte der Agentin Indy und ihrem Bruder Ian. Diese Abwechslung der Perspektiven, und dass dazwischen auch andere Charaktere im Mittelpunkt stehen, macht das Buch sehr abwechslungsreich und es bleibt spannend. Alles ist sehr gut beschrieben, dass man sich die Szenen sehr bildlich vorstellen kann, was auch (vor allem in den Kapiteln in der Unterwelt) auf eine gute Recherche der Autorin hinweist. Als Katzenliebhaberin waren einige Kapitel für mich etwas heftig, da Tierversuche eine Rolle spielen (nichts allzu blutiges, aber man hat Mitleid mit den Katzen). Aber ich denke, dass dieser Aspekt leider zur Realität gehört und darauf aufmerksam gemacht werden sollte. Zwischendurch wird das Ganze auch durch lustige Szenen aufgelockert und es macht einem richtig Lust weiterzulesen.

Die Abenteuer der Geschwister wird zu einer Geschichte über Zusammenhalt und Vertrauen gegenüber einem von der Natur bestimmten Feind. Ich denke, man kann etwas als Mensch lernen, wenn ein Kater mit einem Spatz und einer Ratte das Böse bekämpft.

Das Buch ist für jeden Katzenfreund und Tierliebhaber der Krimis mag sehr empfehlenswert.

 

[unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar]

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Das namenlose Mädchen von Jacqueline Sheehan (Rezensionsexemplar)

Ein Mädchen wird in Maine (USA) auf der Straße von einem Ehepaar gefunden und in die Obhut des Sozialamts übergegeben. Der Fall landet auf Delia Lamont’s Schreibtisch, als drei ermordete Personen in der Nähe gefunden werden. Von dem Mädchen, Haley, ist nur der Vorname bekannt, und so beginnt für Delia die Suche nach dessen Eltern als ihr letzter Fall bevor sie mit ihrer Schwester eine Bäckerei eröffnet.

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Der Klappentext verspricht Spannung, daher dachte ich sofort, dass dieses Buch etwas für mich sein könnte. Das Buch als solches ist eher langsamer als ein typischer spannungsgeladener Krimi. Das namenlose Mädchen ist wirklich ein gut geschriebener Roman mit einer Prise Spannung. Die Ermittlungen im Falle des Mädchens sind stellenweise spannend und man will wirklich wissen, wie es weitergeht. Dazwischen erfahren wir mehr über Delia und ihre Schwester Juniper. Vor allem dreht es sich um das Liebesleben, die Eröffnung der Bäckerei und die Vergangenheit der Schwestern. Man erfährt auch etwas über die Arbeit als Sozialarbeiterin und wie Delia es schafft von einem traumatisierten Kind Informationen zu erhalten.

Der Schreibstil gefiel mir sehr gut und da ich schon viel Mord ist ihr Hobby und andere Serien, die in der Gegend von Maine spielen, habe ich mir immer diesen Hintergrund vorgestellt. Die Charaktere sind gut aufgebaut und man erfährt viel über jeden, ohne dass man mit Informationen überladen wird.

Fazit: Ein interessanter Roman, der durch die Ermittlungen zu Haley’s Fall Spannung erhält. Wäre das Buch ein Film, würde ich sagen, dass dies ein Sonntag-Nachmittag-Film ist. Es ist zwar unterhaltsam, aber für mich eher was für Zwischendurch.

 

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Doyle vs. Sherlock-Fan: wer löst das Rätsel zuerst?

Der Mann der Sherlock Holmes tötete von Graham Moore (Rezensionsexemplar)

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London 1910: Arthur Conan Doyle versucht nach einem Attentat auf sein Leben den Tod eines Mädchens zu lösen.
2010: Herold wird in die „Baker Street Irregulars“ aufgenommen und findet im gleichen Hotel die Leiche von Alex Cale, der die verschwundenen Tagebücher Doyle’s gefunden hat und auf der Konferenz der Irregulars vorstellen wollte.

Graham Moore’s Roman spielt in diesen zwei Zeitsträngen und ergibt ein interessantes Bild eines Autors der Sherlock Holmes sterben lies um endlich seine Ruhe von ihm zu haben, und eines Sherlock-Fans, der sich manchmal mit Sherlock vielleicht zu sehr identifiziert.

Doyle’s Zeitstrang gefiel mir sehr gut. Ich denke Moore hat gute Recherchearbeit geleistet und somit die Geschichte sehr glaubwürdig gemacht. Es tauchen auch einige Zeitgenossen Doyle’s auf, und besonders Bram Stoker macht die Geschichte umso besser. Ich habe mich immer auf diese Kapitel gefreut, da sie auch, meiner Meinung nach, am spannendsten waren. Doyle’s manchmal grimmige Art machten ihn sympathisch und menschlich. Der Mordfall und seine Ideen dazu waren gut gemacht.

Der Zeitstrang in 2010 fokussiert sehr stark Herold’s Glaube daran so wie Sherlock denken zu können und den Mordfall so zu lösen. Herold war mir zwar sympathisch mit seiner Deerstalker-Jagdmütze, aber hatte manchmal einige Schwächen und ich war mir nicht immer einig mit seinen Entschlüssen.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und da die Zeitstränge abwechselnd in einem eigenen Kapitel abgehandelt werden, unterbricht es nicht den Lesefluss und man fühlt sich sofort in die richtige Zeit versetzt. Moore hat einige Parallelen in die Zeitstränge eingebaut und es hat mich immer gefreut diese zu finden und zu verknüpfen.

Fazit: Ein Spaß für jeden Sherlock Leser und die, die es vielleicht mal werden möchten. Der Zeitstrang mit Arthur Conan Doyle ist auf jeden Fall lesenswert und ein guter historischer Krimi.

[unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar]

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