Monatsarchiv: Januar 2020

Poirot als Kriegsheld mit Zügen von Sherlock Holmes

IMG_3711

„London, 1924. Nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs liegt über den Straßen der Metropole Aufbruchsstimmung. Wissenschaft, Frieden und Wirtschatsaufschwung scheinen wieder möglich zu sein. Doch in den finsteren Gassen Londons regiert nach wie vor das Verbrechen – und der Schrecken der immer noch traumatisierten Soldaten. Als Eric Peterkin, seines Zeichens Gentleman und Kriminallektor, an einem nebligen Morgen die heiligen Hallen des ehrwürdigen Britannia Clubs betritt, ahnt er nicht, dass er bald in einen handfesten Mord aus Fleisch und Blut verwickelt sein wird. Ein Clubmitglied wird erstochen und flüstert Peterkin ein letztes Vermächtnis ins Ohr: „Rächen Sie die Vergangenheit!“ Peterkin macht sich auf in die nebligen Gassen Londons und kommt einem Verbrechen auf die Spur, das von finsteren Opiumhöhlen zu den eleganten Zimmern hoher Politiker führt …“

Christopher Huang beschreibt am Anfang die Umgebung sehr detailliert und schafft somit eine Grundlage damit sich der Leser, von der Umgebung bis hin zu den Charakteren, alles sehr genau vorstellen kann. Dies ist für mich eindeutig ein Pluspunkt, da ich mir gerne alles vorstelle und der Kopf-Kino-Effekt beim Lesen eine große Rolle für mich spielt. Die Charaktere sind zwar sehr ausführlich beschrieben und man denkt als Leser, dass man sie mit der Zeit gut kennt, aber der Autor versteht es am Schluss doch noch für einen Überraschungseffekt zu sorgen. Peterkin, der Hauptcharakter, kam mir am Ende doch sehr wie Poirot vor (wenn auch nur von seiner Abschlussdemonstration).

Die Umgebung und die Beschreibung des London von 1924 haben mich sehr an Sherlock Holmes erinnert. Dadurch, dass dieser Roman mich an einige bekannte Literaturcharaktere, die ich sehr schätze, erinnert, war es für mich eine echte Freude jedes Mal weiterzulesen. Der Umgang mit den Kriegsheimkehrern und was mit ihnen im 1. Weltkrieg passiert ist, wird sehr authentisch beschrieben und passt gut dazu.  Obwohl dieses Buch als Roman beworben wird, finde ich, dass er doch etwas mehr Spannung an manchen Stellen vertragen hätte.

Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen und kann dieses Buch jedem Hobby-Schnüffler und Agatha Christie-Fan ans Herz legen.

 

[Werbung, Rezensionsexemplar]

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Reviews

Eine Woche im Sommer von 1914

0F15DB58-A324-4692-81E0-9FFE851EE856

Der Autor Uwe Schiewe stellt sich in „Der Attentäter“ der Aufgabe, die letzte Woche vor dem Attentat auf den Kronprinzen Österreichs, welches einen Weltkrieg auslöst, in einen spannenden historischen Roman zu verpacken.

Der Leser bekommt hierbei die Sichtweisen des Kronprinzen-Paares, der Attentäter und eines fiktionalen Ermittlers mit, was einem richtig in die Welt des Sommers 1914 eintauchen lässt. Obwohl der Ausgang vorhersehbar ist, hat es der Autor geschafft die Spannung aufrecht zu erhalten und ich konnte es manchmal kaum erwarten weiterlesen zu können. Die Umgebung wird sehr gut beschrieben und es gibt einige Vergleiche, wie z.B. dass die Pistole ein wenig mehr als ein halber Liter Milch wiegt, die dem Leser kleine Details näherbringen.

Die Handlung und Charaktere sind sehr gut recherchiert und  realistisch dargestellt. In der Welt des Kronprinzenpaares läuft nicht immer alles harmonisch ab und die Attentäter hadern mit Zweifel. Diese Details machen die Charaktere menschlich und man fiebert mit ihnen mit. Die fiktionalen Charaktere passen gut dazu und umrahmen die Geschichte. Manchmal konnte ich aber einzelne Charaktere überhaupt nicht ausstehen, was für den Erzählstil des Autors spricht.

Ich kann das Buch jedem Leser empfehlen, der historische Romane mit ein wenig Spannung mag und historisch interessiert in diese Periode ist. Die gute Recherche des Autors ist sicher ein Pluspunkt. Mir hat „Der Attentäter“ auf jeden Fall gut gefallen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

1794 – Spannender als der erste Teil

1BA65E29-DD62-46E7-82C5-6B68FDD67B28

Nach den Ereignissen von 1793 knüpft 1794 nahtlos an und der Häscher Jean Michael Cardell stellt sich neuen Herausforderungen. Wie im letzten Band auch, wird der Leser nicht chronologisch durch Stockholms verschiedenen Jahreszeiten geführt, was das Ganze nur noch spannender macht und man auch einmal die Perspektive anderer Charaktere kennenlernt.

Man trifft auf alte Bekannte und lernt neue Charaktere kennen, welche alle Facetten der Menschlichkeit wiederspiegeln. Natürlich gibt es auch wieder Charaktere, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen und man nur sich nur noch denkt; wie ein Mensch zu so etwas fähig ist. Dazu gibt es auch wieder das Gegenstück. Die Charaktere für die man sich nur alles Gute der Welt wünscht, die aber durch einige Feuerringe springen müssen und es, wie im wahren Leben, nicht immer ein Happy-end gibt. Dafür einiges an Spannung und Nervenkitzel.

Durch die Beschreibungen des Autors, findet man sich als Leser gut in die Zeit ein und versinkt in das Stockholm von 1794. Obwohl ich beim letzten Teil so meine Schwierigkeiten mit den ganzen Plätzen in Stockholm hatte, kam es mir hier etwas einfacher vor, da alles so gut beschrieben war.

Ich denke, dass die Fortsetzung fasst spannender und interessanter ist, als 1793. Ich habe mitgefiebert bis zum Schluss und wollte, trotz der doch recht ausreichenden 560 Seiten, die Charaktere nicht verlassen.

 

[unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar]

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized