Archiv der Kategorie: Reviews

Spannung auf einer irischen Insel

Eine abgelegene Insel vor der wilden Küste Irlands: An einem Sommertag versammeln sich Familie und alte Freunde, um die Hochzeit von Julia und Will zu feiern. Alles ist bis ins kleinste Detail geplant, es soll ein rauschendes Fest werden – doch der Wind dreht, und ein heftiger Sturm schneidet die Insel von der Außenwelt ab. Bald macht das Gerücht die Runde, dass dieser Ort ein schreckliches Geheimnis verbirgt. Und auch unter den Gästen dringen immer unaufhaltsamer alte Feindseligkeiten und lang begrabene Geheimnisse ans Licht. Dann wird einer der Feiernden tot draußen im Moor gefunden. Und die Situation auf der Insel eskaliert …

„Sommernacht“ ist Lucy Foley’s zweiter Thriller und nachdem ich letzten Monat „Neuschnee“ gelesen habe, war ich schon sehr gespannt darauf! Ich habe „Sommernacht“ gleich verschlungen und wurde nicht enttäuscht!

Die Autorin baut die Spannung langsam auf. Dadurch, dass es mehrere Perspektiven gibt, fühlte ich mit den Charakteren und lernte sie ziemlich schnell kennen. Durch diese Bindung, wollte ich auch unbedingt wissen, wie es weitergeht und was mit meinen Lieblingscharakteren passiert. Natürlich gibt es auch einige Charaktere, die ich nicht so gern hatte, aber bei welchen ich trotzdem wissen wollte, ob sie etwas mit der Tat zu tun haben, oder ob sie vielleicht ermordet werden. Bis zum Schluss habe ich geraten, wie das Buch endet, und wurde dennoch überrascht.

Die beiden Thriller der Autorin ähneln sich stark. Wie im letzten Buch auch, gibt es eine begrenzte Anzahl von Gästen an einem abgeschiedenen Ort. Die Story wird auch in „Sommernacht“ aus mehreren Perspektiven erzählt und zwischendurch vom Tag danach. Lucy Foley hat auch hier wieder starke weibliche Charaktere und beschreibt sie sehr lebendig. Ich kann dennoch jedem empfehlen beide Bücher zu lesen, da sie unterschiedlich genug sind, um eine Spannung aufzubauen. Als Leserin merkte ich, wie die Autorin gewachsen ist und ihre Kunst verfeinert hat.

Fazit: Das Buch ist spannend aufgebaut und ließ mich das Buch kaum aus der Hand legen. Ich kann es Thriller-Fans nur ans Herz legen.

„Sommernacht“ von Lucy Foley ist am 1. März 2021 beim PenguinVerlag erschienen.

Rezensionexemplar, unbezahlte Werbung

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Mutterliebe im London des 18. Jahrhunderts

London 1754: Die junge Bess Bright, die in bitterer Armut, im Schlamm und Dreck des Londoner Hafens aufgewachsen ist, findet sich von einem Moment zum anderen in einem Alptraum wieder. Vor sechs Jahren musste sie ihre gerade zur Welt gekommene Tochter Clara ins Waisenhaus geben, außerstande, sie zu ernähren. Jetzt, da sie Clara endlich zu sich holen kann, sagt man Bess, dass ihre Tochter schon längst abgeholt wurde. Aber von wem? Im Kampf um Clara muss Bess die gesellschaftlichen Schranken ihrer Zeit überwinden … um durch Stärke und Liebe schließlich zu sich selbst zu finden.

Das wunderschöne Cover fällt natürlich sofort auf! Selbst wenn ich nicht vor kurzem „The Familiars“ (leider noch nicht auf Deutsch erschienen) von Stacey Halls gelesen hätte, hätte ich wahrscheinlich zu diesem Buch gegriffen.

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich angenehm und versetzte mich gleich ins London des 18. Jahrhunderts. Da das Buch zwei verschiedene Perspektiven geteilt ist, fühlt man auf eine Art mit jeder der beiden Protagonistinnen mit und erfährt mehr über ihre Hintergründe. Stacey Halls romantisiert diese Zeit auch nicht, sodass das Leben der Krabbenverkäuferin Bess nicht immer schön ist, aber dafür umso realistischer. Besonders ins Rampenlicht rückt dabei die Rolle der Frauen in dieser Zeit, was sehr interessant war.

Die Story ist in gewisser Weise spannend, da man als Leser natürlich wissen will, was mit Bess‘ Tochter Clara passiert ist. Aber man will auch mehr über das Leben von Bess erfahren und wie es mit ihr weitergeht. Dies war einer der vielen Gründe, warum ich immer wieder gerne das Buch aufschlagen und weiterlesen wollte. Zu den anderen Gründen gehören, noch immer, das fantastisch gelungene Cover und der fließende Schreibstil.

Auch die Nebencharaktere sind gut gelungen und lebhaft dargestellt. Ich habe als Leser manche Charaktere wirklich gern gehabt und mich gefreut, wenn sie wieder aufgetaucht sind. Natürlich gibt es auch Charaktere, die ich nicht so gerne hatte und sogar am Schluss gehasst habe. Aber auch dieser Aspekt hat mich das Buch lieben lassen und die Geschichte umso besser gemacht.

„Die Verlorenen“ ist ein wunderschöner historischer Roman, bei dem man mit den Charakteren mitfiebert und sich in eine andere Zeit versetzten lässt. Ich freue mich auf mehr von Stacey Halls.

„Die Verlorenen“ von Stacey Halls ist am 1. März 2021 beim Piper Verlag erschienen.

Rezensionexemplar, unbezahlte Werbung

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Eingeschneit mit einiges an Spannung

Der Hype auf instagram um „Neuschnee“ hat mich neugierig gemacht und ich habe es nicht bereut das Buch gelesen zu haben!

Die Situation ist nichts wirklich Neues für Krimi/Thriller-Fans; neun Freunde, zwei weitere Hotelgäste und zwei Hotelangestellte finden sich eingeschneit abseits von jeglicher Zivilisation wieder. Dadurch, dass das Buch in zwei verschiedenen Zeitspannen spielt, vor dem Verschwinden einer Person und nachher, schafft es Lucy Foley die Spannung gut zu halten. Man weiß von Beginn an, dass etwas passiert ist, nur fehlen die Details.

Da es neun Freunde sind, hab ich mir am Anfang etwas schwer getan, alle auseinander zu halten. Da kommt es zu Gute, das man als Leser wirklich wissen will, wie es weitergeht, da man dadurch schnell weiterliest ohne große Pausen zu machen, um wieder jeden zu vergessen. Aber sobald man alle einmal kennengelernt hat, wird es besser. Die Autorin lässt einige weibliche Charaktere ihre Kapitel in der Ich-Form erzählen, während der männliche Part in der dritten Person erzählt wird und mehr Distanz aufgebaut wird. Dieser Erzählstil baut eine stärkere Bindung zu den weiblichen Charakteren auf. Ich habe mich auch beim Lesen gefragt, ob das mit der Geschichte zusammenhängt, oder ob die Autorin bewusst darauf verzichtet aus der männlichen Perspektive zu schreiben (manche männlichen Autoren können absolut keine Frauenperspektiven gut schreiben).

„Neuschnee“ ist sicher nicht das spannendste Buch, das ich je gelesen hab, aber ich war gut unterhalten und wollte immer wieder weiterlesen. Die Autorin greift viele Themen auf, die uns in der heutigen Gesellschaft beschäftigen und macht dadurch die Story lebendiger und lebensnahe. Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen und werde auch den nächsten Thriller von Lucy Foley lesen.

„Neuschnee“ von Lucy Foley ist am 11. Januar 2021 beim Penguin Verlag erschienen

Rezensionexemplar, unbezahlte Werbung

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Willkommen im Labyrinth von Piranesi

Ein riesiges Gebäude, in dem sich endlos Räume aneinanderreihen, verbunden durch ein Labyrinth aus Korridoren und Treppen. An den Wänden stehen Tausende Statuen, das Erdgeschoss besteht aus einem Ozean, bei Flut donnern die Wellen die Treppenhäuser hinauf. In diesem Gebäude lebt Piranesi. Er hat sein Leben der Erforschung des Hauses gewidmet. Und je weiter er sich in die Zimmerfluchten vorwagt, desto näher kommt er der Wahrheit – der Wahrheit über die Welt jenseits des Gebäudes. Und der Wahrheit über sich selbst.

Piranesi beginnt mit ihm als Entdecker einer Art Labyrinth mit scheinbar endlos vielen Räumen gefüllt mit Statuen. Der Leser wird auf diese Entdeckungsreise mitgenommen und erlebt alles mit Piranesi zusammen, da er nicht viel über seine Umgebung weiß. Schnell wird aber klar, dass irgendetwas nicht stimmt…

Die Hauptfigur, Piranesi, wuchs mir schnell ans Herz, da er auch eine gewisse Naivität an den Tag legt, die sehr liebenswert ist. Die anderen Charaktere wurden auch sehr gut dargestellt. Sobald ein neuer Charakter dazukam, war ich sofort misstrauisch, was vor allem durch den Erzählstil zu erklären ist. Leider gibt es Stellen, an denen nicht viel passiert. Dies ist zwar später alles erklärbar und für mich irgendwie logisch um die Story aufzubauen, war aber manchmal für mich etwas zu wenig um meine Spannung zu halten. Ich griff dann aber doch immer wieder gern nach dem Buch, da die Geschichte wirklich gut ist und ich wissen wollte, wie es mit Piranesi weitergeht.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut gemacht und alles in allem war Piranesi angenehm zu lesen und hat mich zum Denken angeregt. Piranesi ist, meiner Meinung nach, ein wenig Fantasy, Abenteuergeschichte und Roman. Jonathan Strange und Mr. Norrell steht schon länger bei mir im Regal, ich sollte wirklich bald mal danach greifen!

„Piranesi“ von Susanna Clarke ist am 05. Oktober 2020 beim Blessing Verlag erschienen.

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Grandioser, spannender Abschluss der Hulda-Trilogie

Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, kehrt nach einem Schicksalsschlag gerade wieder in ihren Beruf zurück. Um sie bei der Wiederaufnahme der Arbeit zu unterstützen, wird Hulda von ihrem Chef mit einem neuen Fall betraut: Mehrere Leichen wurden in einem abgelegenen Bauernhaus im Osten des Landes gefunden, und alles deutet darauf hin, dass sie dort schon seit einigen Wochen liegen. Was ist während der Weihnachtstage geschehen, als das Bauernhaus durch einen Schneesturm vom Rest der Welt abgeschnitten war? Und gibt es ein Entkommen vor der eigenen Schuld?

Nebel ist der packende Abschluss der Hulda-Trilogie. Obwohl man kaum Abschluss sagen kann, da die Geschichte sich ca. 20 Jahre vor dem ersten Teil abspielt und somit eigentlich der Anfang ist.

Man fiebert als Leser mit den Charakteren mit und, da man auch oft ihre Gedanken kennt, oder sich diese aus dem Kontext zusammenreimen kann, ist man mittendrin. Hulda ist die Person, die man schon von den ersten beiden Teilen kennt. Ich mag sie als Charakter, aber durch ihre Lebensumstände hat sie eine eher harte Schale. In diesem Teil erfährt dreht es sich auch über ein Ehepaar, Erla und Einar, welches abgeschieden auf dem Land lebt und einen Bauernhof bewirtschaftet.

Ich habe diesen Teil wieder verschlungen, da die Handlung absolut spannend ist und ich unbedingt wissen wollte, was mit Hulda passiert ist. Sie ist, als Kommissarin, natürlich die Hauptperson, aber Erla war eigentlich die zweite Hauptperson. Der Thriller ist so gut geschrieben, dass man an so manches Detail später in der Story wieder erinnert wird und es einen Sinn ergibt und ich wurde so manchmal schon von der Handlung überrascht.

Natürlich könnte man diesen Teil lesen, ohne die anderen zu lesen. Ich denke aber, dass man viel von Hulda verpassen würde. Erst nachdem man ihre ganze Geschichte kennt, versteht man sie besser und ohne dieses Wissen entgeht einem sehr viel. Außerdem, warum auf die anderen beiden Teil verzichten? Alle drei sind spannend und so gut geschrieben, dass sie auf jeden Fall zu meinen Lieblingstrilogien zählen!

Mich hat die Reihe überzeugt, und dieser Teil war fast mein Lieblingsteil der drei. Gelungener Abschluss und absolut empfehlenswert!

„Nebel“ von Ragnar Jónasson ist am 21. September 2020 beim btb Verlag erschienen.

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Normale Menschen

Die Geschichte einer intensiven Liebe: Connell und Marianne wachsen in derselben Kleinstadt im Westen Irlands auf, aber das ist auch schon alles, was sie gemein haben. In der Schule ist Connell beliebt, der Star der Fußballmannschaft, Marianne die komische Außenseiterin. Doch als die beiden miteinander reden, geschieht etwas mit ihnen, das ihr Leben verändert. Und auch später, an der Universität in Dublin, werden sie, obwohl sie versuchen, einander fern zu bleiben, immer wieder magnetisch, unwiderstehlich voneinander angezogen. Eine Geschichte über Faszination und Freundschaft, über Sex und Macht.

Nachdem ich das Buch auf gefühlt jedem instagram und youtube channel gesehen habe, war die Entscheidung leicht, was ich als nächstes lesen soll. Schon alleine das Cover ist ein Hingucker und das Buch ist qualitativ einwandfrei gemacht, wirklich schön.

Connell und Marianne sind zwei komplizierte Menschen, die beide ihr „Päckchen“ zu tragen haben und sich einfach nur im Leben zurechtfinden wollen. Man erfährt als Leser am Anfang wenig über die Beiden, aber im Laufe des Buches, wie auch im Leben, lernt man die beiden besser kennen und verstehen. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass die beiden „Harry & Sally“ aus dem gleichnamigen Kinofilm ähneln, da man mitfiebert ob sie zusammenkommen/ -bleiben, oder nicht. Aber wenn, dann sind die beiden sehr verkorkste (oder auch sehr menschliche) Harry & Sally, perfekt für 2020.

Der Schreibstil war für mich am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Sally Rooney verzichtet darauf, Aussagen und Gespräche der Charaktere als solche zu kennzeichnen. Ich musste daher am Anfang ein paar Textstellen mehrmals lesen um zu wissen, dass etwas gesagt wurde und wer das jetzt gesagt hat. Aber ich habe mich im Laufe des Buches daran gewöhnt und nach ein paar Kapiteln flüssig gelesen.

Die Autorin beschreibt Situation alles sehr detailliert und das könnte langatmig wirken, tat es bei mir aber nicht. Ich wollte immer wissen, wie es weitergeht und fand ihre Ausführungen hilfreich um mir alles gut vorstellen zu können und mitten in der Situation zu sein.

Normale Menschen ist sehr empfehlenswert und verdient den Hype! Eine Liebesgeschichte, die doch irgendwie keine ist, sondern mehr ein Ausschnitt aus zweier Leben.

„Normale Menschen“ von Sally Rooney ist am 17. August 2020 beim Leuchterhand Verlag erschienen.

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Charlie’s Familiengeschichte geht weiter

Nie wieder wollte Charlie Lager in ihren Heimatort Gullspång zurückkehren. Doch die brillante Stockholmer Ermittlerin ist gezwungen, diesen Schwur zu brechen, als sie von einem ungelösten Fall Wind bekommt: Vor dreißig Jahren verschwand die sechzehnjährige Francesca aus Gullspång und wurde nie gefunden. Das große verfallene Herrenhaus ihrer Familie steht seitdem leer. Sobald das düstere Gebäude vor Charlie aufragt, spürt sie, dass ihr dieser Fall alles abverlangen wird – denn sie erinnert sich dunkel an diesen Ort. Und Charlie ahnt, dass sie alles zu verlieren hat: Wenn sie die Wahrheit um Francescas Verschwinden ans Licht zerrt, kann sie ihr eigenes Leben für immer zerstören.

Hagebuttenblut hat mir fast besser gefallen als das erste Buch, Löwenzahnkind. Als Leser kenn man Charlie Lager jetzt schon ein wenig und für mich war es dadurch entspannter. Beim ersten Buch habe ich nie das Gefühl gehabt Charlie zu kennen oder auch besonders zu verstehen, aber jetzt hat sie sich wie eine alte Bekannte gelesen und ich war neugierig mehr über sie und ihre Mutter zu erfahren.

Die Struktur ist dem Vorgängerbuch sehr ähnlich. Die Tat, wieder ein verschwundenes Mädchen, dient auch hier wieder mehr als Katalysator um Charlie’s Geschichte zu erzählen. Dadurch ist das Geheimnis um das verschwundene Mädchen nicht die Hauptgeschichte, und dies fand ich in diesem Buch besser gelöst (oder ich habe mich daran gewöhnt). Spannung per se gibt es für mich nur wenig, aber ich wollte trotzdem nach jedem Kapitel wissen wie es weitergeht.

Ich finde Hagebuttenblut ist eine gelungene Fortsetzung und kann sie jedem empfehlen, der den ersten Teil gelesen hat. Neueinsteiger werden es etwas schwerer haben mit diesem Teil zu beginnen, da doch sehr viel auf die Geschehnisse von Löwenzahnkind aufgebaut wird.

„Hagebuttenblut“ ist am 13. Juli 2020 beim Penguin Verlag erschienen.

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Die verlorenen Seiten von Lewis Carroll und viele Wendungen

Die ehrwürdige Oxforder Lewis-Carroll-Bruderschaft ist einer Sensation auf der Spur: Aus dem Tagebuch des weltberühmten Schöpfers von Alice im Wunderland ist eine bis dato verschollene Seite aufgetaucht, die Brisantes offenbart. Doch bevor die Bruderschaft den Fund veröffentlichen kann, geschehen mehrere Morde, die durch das literarische Universum von Lewis Carroll inspiriert zu sein scheinen. Auch in ihrem zweiten Fall müssen Logik-Professor Arthur Seldom und sein junger argentinischer Mathematik-Doktorand scharf kombinieren, um den rätselhaften Fall zu lösen.

Der zweite Fall für Professor Seldom und seinen Doktoranden ist nicht nur etwas für Alice im Wunderland-Liebhaber. Natürlich hilft es, schon einmal etwas von Alice’s Geschichte und ihrem Autor, Lewis Carroll, gehört zu haben, aber die Story hat viele andere Facetten und gibt kurze Ausführungen für Nicht-Kenner. Für mich war besonders der Teil über den Autor von Alice im Wunderland sehr interessant und hat mir ein wenig zu denken gegeben, da viele Details über sein Leben auf der Wahrheit beruhen.

Dadurch, dass man den Fall aus der Sicht des Doktoranden (dessen Namen anscheinend niemand aussprechen kann) vermittelt bekommt, ist man als Leser in der ersten Reihe bei vielen Ereignissen dabei. Für mich hat der Autor zwischendurch zu viele „Ausflüge“ in kleine private Erlebnisse des Doktoranden gemacht. Einiges hat sich auf den ersten Teil der Reihe bezogen, anderes auf so Kleinigkeiten wie der Weg zur Universität und was er dort alles sieht. Wobei ich manchmal den Eindruck bekam, dass ein Detail angesprochen wurde und dann verworfen wurde. Die Story hat einige Wendungen und dabei bleibt die Spannung, wer hinter allem steckt, bis zum Schluss gewahrt. Und diese Spannung hat das Buch gerettet und ich finde noch immer, dass es ein gutes Buch ist.

Eine Empfehlung für Alice-Liebhaber und solche die Krimis mit realen historischen Figuren mögen.

„Der Fall Alice im Wunderland“ ist am 29. Mai 2020 beim Eichborn Verlag erschienen.

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Hulda’s Vergangenheit

Genau wie der erste Teil, „Dunkel“, hat mich auch dieser Thriller komplett überzeugt. Ich konnte wieder nicht das Buch aus der Hand legen und hab es so ziemlich auf einmal verschlungen!

Obwohl ich vorher etwas vor der Idee zurückgeschreckt bin, dass die Bücher in umgekehrter Reihenfolge erzählt werden (Buch 1 ist der Schluss, Buch 3 der Anfang), hat es nur ein paar Seiten gedauert und ich war voll in der Geschichte drin und wollte wissen wie es weitergeht.

Der erste Teil des Buches befasst sich weniger mit Hulda, aber irgendwie läuft alles so schön zusammen, dass es die andere Storyline braucht und alles sofort verziehen wird. Man erfährt auch wieder ein Stück mehr von Hulda’s Vergangenheit und das Puzzle um ihre Geschichte wird ein Stück weiter gelöst und ergibt ein schönes Gesamtbild.

Da das Verbrechen in diesem Teil auf einer Insel spielt, hatte ich in manchen Momenten das Gefühl an „Und dann gab’s keines mehr“ von Agatha Christie erinnert zu werden, aber es ist dann doch auch sehr verschieden. Auf jeden Fall ist es bis zum Schluss spannend und ich bin schon sehr auf den Anfang/ Schluss der Reihe gespannt und kann es kaum erwarten!

„Insel“ von Ragnar Jónasson ist am 13. Juli 2020 im btb Verlag erschienen.

[unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar]

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Dunkle Stunden mit Hulda

Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, soll frühzeitig in Ruhestand gehen, um Platz für einen jüngeren Kollegen zu machen. Sie darf sich einen letzten Fall, einen cold case, aussuchen – und sie weiß sofort, für welchen sie sich entscheidet. Der Tod einer jungen Frau wirft während der Ermittlungen düstere Rätsel auf, und die Zeit, um endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen, rennt. Eine Wahrheit, für die Hulda ihr eigenes Leben riskiert …

Es ist schon etwas her, dass ich ein Buch von dieser Länge an einem Tag gelesen habe, aber „Dunkel“ war es wert! Das Buch ist ein nordischer Thriller, daher bin ich es schon von anderen gewohnt, dass zwar nicht allzu viel wirklich passiert, aber man als Leser doch so gepackt wird und wissen will wie es weitergeht.  

Hulda ist eine einsame Kommissarin die noch einen letzten Fall lösen will und sich regelrecht daran klammert, da sie nicht in Pension gehen will. Sie kommt sympathisch rüber und ich verstand ihre Taten oft sehr gut, da der Autor sie so gut dargestellt hat. Ich habe mir dann auch schon so sehr gewünscht, dass sie doch noch die Anerkennung erfährt, die ihr zusteht aber ich habe auch manchmal an ihr gezweifelt, was wahrscheinlich vom Autor gewollte war. Diese Gefühle haben mich auch dazu veranlasst, das Buch nicht aus der Hand zu legen. Der Schreibstil und die, doch eher kurz gehaltenen Kapitel, taten ihr Übriges (da ich immer zu mir sagen konnte „Naja, ein Kapitel geht schon noch“ und schon war ich am Schluss und da konnte ich dann sowieso nicht mehr aufhören).

Island war mir als Leser neu und ich war auch noch nie dort, daher fand ich die Karte der Schauplätze am Anfang interessant und konnte mir dann mehr vorstellen. Das Cover ist auch gut gelungen und das Buch liegt gut in der Hand.

Ich kann den Thriller wärmstens empfehlen und bin schon sehr gespannt auf Teil zwei!

„Dunkel“ von Ragnar Jónasson ist am 25. Mai 2020 im btb Verlag erschienen.

[unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar]

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